Anstrengend, aber sinnvoll

Die natürliche Geburt ist die erste gemeinsame Arbeit von Mutter und Kind.

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Chiara Doveri ist Kinder- und Familienfotografin in Berlin. Seit einigen Jahren bietet sie auch Geburtsfotografie an 
und begleitet die werdenden Mütter durch den kompletten Geburtsprozess.

Der Homo sapiens hält sich seit etwa 200 000 Jahren auf der Erde. Eine Generation folgte der nächsten. Die Geburten verliefen überwiegend ohne Eingriffe. Heute aber wird die Geburt zum risikobehafteten, medizinischen Vorgang erklärt. Sie sollte am besten im Krankenhaus stattfinden, wünschen sich viele Schwangere.

Für ärztliches Eingreifen gibt es vor Damm- oder Kaiserschnitt noch Möglichkeiten: die medikamentöse Einleitung der Geburt, Verstärkung oder Hemmung der Wehen, Periduralanästhesie (PDA, Betäubung der Rückenmarksnerven gegen Schmerz). Häufig erfordert eine Maßnahme die nächste und mündet möglicherweise in einen Kaiserschnitt. Eine Übersichtsarbeit des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane von 2012 konnte zeigen, dass die PDA die Zahl operativer Entbindungen erhöht.

Die Entwicklung hin zu mehr Interventionen ist nicht zwangsläufig ein Merkmal medizinischer Kultur in den Industriestaaten. In Skandinavien, wo prim...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.