Betongold schlägt Handwerk

Explodierende Mieten vertreiben traditionelle Betriebe aus dem Berliner Zentrum.

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.
Hinter diesen Fassaden in der Schlesischen Straße 26 finden sich fast nur noch Büroarbeiter – für Handwerksbetriebe werden die Mieten zu teuer.

Wir wollen hier bleiben», sagt Lukas Hartig, während er am langen Tisch im Pausenraum seiner Tischlerei sitzt. «Wir», das ist die Holzmanufaktur in Kreuzberg, ein kleines Unternehmen mit zehn Tischlern, in dem Innenausbau und Möbel aus Holz gefertigt werden. Seit 1997 ist der Betrieb im Gewerbehof an der Schlesischen Straße 26 in Kreuzberg ansässig, doch im Herbst 2020 könnte Schluss damit sein. Denn sein Vermieter, die Gewerbesiedlungs-Gesellschaft (GSG Berlin), will mehr Geld. Statt 5,60 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter sollen es künftig zehn Euro werden. «Es wurde uns gesagt: Das ist eine Innenstadtlage, hier wollen alle rein», berichtet der Tischlermeister.

«Wir können den Preis nicht bezahlen. Zehn Euro sind zu viel», erklärt er. Denn obwohl der Betrieb klein ist, braucht er viel Platz. Für Maschinen und für die Lagerung von Material und Werkstücken. 500 Quadratmeter sind es derzeit, da bedeutet die Mieterhöhung über 2000 Euro...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.