Habeck für Aufnahme von Kindern aus griechischen Flüchtlingslagern

Auch die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Kofler, hat schnelle Hilfe gefordert.

  • Lesedauer: 2 Min.

Frankfurt am Main. Grünen-Chef Robert Habeck hat sich dafür ausgesprochen, Tausende Migranten aus den überfüllten Lagern Griechenlands nach Deutschland zu bringen. »Holt als erstes die Kinder raus«, sagte Habeck der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Auf den griechischen Inseln vor der türkischen Küste drängten sich etwa 4.000 Kinder, darunter »viele Mädchen, viele zerbrechliche kleine Menschen«. Da sei schnelle Hilfe ein Gebot der Humanität.

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler (SPD), hat ebenfalls schnelle Hilfe für die Migranten in den überfüllten griechischen Flüchtlingslagern gefordert. Die neue EU-Kommission müsse »schnell einen neuen Anlauf zu einer fairen Verteilung« der Flüchtlinge auf die EU-Staaten unternehmen, sagte Kofler den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Wochenendausgaben).

»Die griechische Regierung schlägt Alarm, die Flüchtlingszahlen auf den Inseln steigen«,sagte Kofler weiter. Offensichtlich hielten die »katastrophalen Zustände« in den griechischen Lagern die Menschen nicht von der Flucht ab. »Was sie zur Flucht bewegt, ist schlimmer als das, was sie in den Lagern erdulden müssen«. Die SPD-Politikerin forderte: »Wir dürfen Griechenland nicht allein lassen.« Wünschenswert wäre zudem ein neues Schutzprogramm für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Grünen-Ko-Chef Habeck sagte der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« in Bezug auf die in Lagern ausharrenden Migranten: »Holt als erstes die Kinder raus.«

Bundesländer wie Berlin und Thüringen hätten schon erklärt, dass sie dazu bereit seien, ebenso die grüne Seite der Regierung von Baden-Württemberg und der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD). Deutschland müsse auch handeln, wenn andere in der EU nicht mitmachten, forderte Habeck. »Es ziehen sowieso nie alle mit.«

Pro Asyl nannte es »unerträglich, dass tausende Flüchtlingskinder in griechischen Elendslagern vor Kälte, Nässe und Hoffnungslosigkeit zittern, während hier weihnachtliche Urlaubsstimmung einkehrt«. Kinder müssten zu ihren Eltern. »Das garantieren eigentlich die UN - Kinderrechtskonvention und das EU-Recht«, erklärte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt. Das Bundesinnenministerium sabotiere dies jedoch durch eine »gnadenlose Ausübung der Gesetze«. »Wenn Menschen in Dreck und Elend ausharren, ist es zynisch, die Einhaltung der Fristen zu verlangen, innerhalb derer ein Antrag auf Familienzusammenführung gestellt sein muss.« Agenturen/nd

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