Wie im Weltraum so auf Erden

René Heilig über Trumps Neuordnung der Welt nach US-Gesetz

Kann es jemanden geben, der über Gott steht? Klar: Trump! Etwa so lässt sich die Weihnachtsbotschaft zusammenfassen, die Ende vergangener Woche von der nahe Washington gelegenen Luftwaffenbasis Andrews über den Erdkreis gesandt wurde. Umringt von begeisterten Soldaten unterzeichnete der US-Präsident dort drei neue Teile einer allumfassenden Kriegserklärung. Per Gesetz. Sie richtet sich gegen alle, die sich Trumps Machtanspruch nicht unterwerfen wollen. Erstens segnete er einen gigantischen Rüstungshaushalt ab. Zweitens bestätigte er die Bildung von Weltraumstreitkräften. Drittens bedrohte der Allmächtige all jene in Europa, die es wagen, statt US-Fracking-Gas russisches Erdgas zu ordern.

Es gab bereits jede Menge Reaktionen vor allem aus Deutschland, in denen der Begriff »Unverschämtheit« fiel. Doch was nützt moralische Empörung bei einem Mann, der keine Moral hat? Es steht außer Frage, dass die Welt in eine neue Konfrontationswelle driftet. China und Russland, beide selbst unmittelbar von Trumps Weltenwahn betroffen, ziehen ebenso lebensgefährliche Schlussfolgerungen wie Iran oder Nordkorea. Und die EU? Sie ist mit sich selbst beschäftigt. Dabei müssten gerade von ihr nachhaltige Initiativen für vertraglich vereinbarte Vernunft ausgehen. Es reicht nicht, das Wort »Entspannung« auf den Wunschzettel zu schreiben.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung