Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Stress zum Fest

Beim 1. FC Magdeburg läuft die Trainersuche nach der Trennung von Stefan Krämer auf Hochtouren - ein Altbekannter gilt als Favorit

  • Von Tom Bachmann und Malte Zander, Magdeburg
  • Lesedauer: 3 Min.

Kurzschlussreaktion unterm Weihnachtsbaum: Mit der Trennung von Trainer Stefan Krämer hat der 1. FC Magdeburg alle Pläne des ruhigen Aufbaus einer Aufstiegsmannschaft über Bord geworfen und ist in die typischen Mechanismen des Fußballgeschäfts verfallen. Durch die Nachfolgersuche haben die FCM-Macher Stress zum Fest, denn bereits beim Trainingsauftakt am 2. Januar soll der Neue parat stehen. »Wir verhandeln mit mehreren Kandidaten«, bestätigte Manager Mario Kallnik. Laut Medienberichten ist Claus-Dieter Wollitz der Favorit auf Krämers Nachfolge. Passend wäre dies, schließlich hatte Wollitz am Freitag seinen Vertrag bei Regionalligist Cottbus überraschend aufgelöst.

Der Logik folgend wäre Krämers Rauswurf dann vielleicht schon vor dem letzten Drittligaspiel des Jahres in Braunschweig beschlossen gewesen. »Das Braunschweig-Spiel war ein Spiegelbild der gesamten Vorrunde«, hatte Sportchef Maik Franz gesagt. Dem früheren Bundesligaprofi passte die Einstellung der Mannschaft nicht. Bereits in der Halbzeitpause soll Franz wütend auf Krämer eingeredet haben. Dass der FCM in Niedersachsen am Ende in Unterzahl nach zweimaligem Rückstand ein Unentschieden holte, spricht allerdings für eine intakte Mentalität. Zumal selbst die Spieler wie aus heiterem Himmel von der Trainerentlassung getroffen wurden. »Ich bin sprachlos enttäuscht und sehr traurig«, schrieb Stürmer Christian Beck. Defensivallrounder Timo Perthel schrieb an Krämer selbst: »Eine Analyse oder Bewertung zu der Entscheidung steht mir nicht zu - aber ich kann definitiv sagen, ich habe sehr gern mit dir zusammengearbeitet.«

Franz und Kallnik nervte dagegen die Inkonstanz in den Leistungen. Zwei Siege in Folge waren das Maximum, was Krämer vorweisen konnte. Fakt ist allerdings auch, dass der Kader nicht von Krämer zusammengestellt wurde. Als tragende Säulen eingeplante Neuzugänge wie Dustin Bomheuer und Mario Kvesic waren Monate lang verletzt oder zündeten nicht. Zudem wurden mit Michael Oenning und Stefan Krämer binnen eines Jahres nun schon zwei Trainer verschlissen.

Dabei war der FCM mit erfrischendem Realismus in die Saison gegangen. Weil sich Zweitligaabsteiger in der Vergangenheit sehr schwer in der kampfbetonten Drittklassigkeit getan haben, sprach man gar nicht erst vom Wiederaufstieg. »Wir wollen uns in der dritten Liga etablieren und in drei Jahren so weit sein, in die zweite Liga zurückzukehren«, hatte Kallnik gesagt. 20 Drittligaspiele später sah der Manager seinen Klub als Zwölften mit sechs Punkten Rückstand zum Relegationsplatz offenbar nicht als etabliert an. Womöglich blickte er auch etwas neidisch zu den Mitabsteigern Duisburg und Ingolstadt, die auf Platz eins und zwei stehen.

Dennoch überrascht die Trennung von Krämer. Anfang November hatte Kallnik betont, dass er »eine klare Entwicklung gesehen« habe. Sechseinhalb Wochen später musste Krämer gehen, weil die »Entwicklungsziele gefährdet« seien. Zwischen beiden Aussagen hat Magdeburg drei von sechs Spielen verloren, aber auch zwei Siege geholt. Nun darf sich ein neuer Trainer an der Elbe versuchen. Er wird von Kallnik und Franz wahrscheinlich auch neue Spieler präsentiert bekommen. Geht es allerdings mit Krämers Nachfolger auch schief, dürfte es für das sportliche Führungsduo ebenfalls unangenehm werden. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln