Lukas Bärfuss ist politisch

Büchner-Preisträger

  • Von Matthias Reichelt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Als Lukas Bärfuss Anfang November in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis erhielt, wurde seine Dankesrede von einigen Medien zwiespältig bis enttäuscht aufgenommen.

Zu Beginn seiner Rede hatte der Schweizer die Frage aufgeworfen, was der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung überhaupt als preiswürdig gelte angesichts der vorwiegend von ihm behandelten Themen wie Niedertracht, Gewalt, Mord und Totschlag.

Diesem Gedanken folgte ein Exkurs über Gewalt in der Geschichte der letzten Jahrhunderte, um dann auf seine erste »Bildungsreise« nach Polen zu sprechen zu kommen. Er schilderte ein heruntergekommenes Haus in einer Ortschaft unweit von Auschwitz, an dem noch der Davidstern sichtbar war, und in dem nun Roma wohnten, die sich ihrer Armut schämten. Nur wenige Sätze weiter ist er bei der Ermordung der europäischen Juden, dem Antisemitismus und der »Entnazifizierung« nach dem Krieg, die er für einen Mythos hält angesichts der vi...


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