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Zu meiner Zeit ...

Eine Geschichte über Erinnerungen, Schmetterlinge im Kopf und Einsamkeit.

  • Von Jana Weinert
  • Lesedauer: ca. 10.5 Min.

Schwer schleppt sie sich und die große Tasche. »Wenn nur der Wind nicht wär«, denkt die Frau, »der schlägt einem heut hart ins Gesicht.« Aber ihre Jacke ist warm und raschelt. Nur die Kapuze rutscht immer wieder vom Kopf. »Wind, Wind, Wind, Wind, fröhlicher Gesell«, murmelt die Frau ein Kinderlied, denkt dann, dass er wohl heute böse ist, der Wind, und dass sie nun genug von ihm hat. Trotz der warmen Jacke. »Zu meiner Zeit«, denkt die Frau, »zu meiner Zeit gab es solche Jacken nicht. Woher hab ich die überhaupt?« Dick ist die Jacke und warm, sie raschelt und ist ausgestopft wie eine Daunendecke, auch so weich. Sicher hat die jemand zu verschenken gehabt. Immer bekommt sie etwas geschenkt. Immer muss sie Danke sagen. Und sie sagt es auch. Freut sich und dankt.

»Meine Blümchen haben Durst«

Die Frau mit der schweren Tasche schlurft in die Bahnhofshalle. Dort sind Bänke. Dort ist es warm. Die Hallen früher waren kalt und zugig. »Zu...


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