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Chinesische Laternen schuld am Feuer

Brandursache im Krefelder Zoo geklärt

  • Von Sebastian Weiermann
  • Lesedauer: 2 Min.

Der Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos in der Silvesternacht ist offenbar schon aufgeklärt. Am Donnerstagmittag gab die Polizei bei einer Pressekonferenz die Ermittlungsergebnisse bekannt. Drei Frauen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren - eine Mutter mit ihren Töchtern - haben sich bei der Polizei gemeldet. Im Radio hatten sie am Neujahrstag gehört, dass die Polizei davon ausgeht, dass »Chinesische Laternen« für den Brand verantwortlich gewesen sind. Genau solche Laternen hatten die drei Frauen zum Jahreswechsel steigen lassen. Aufgrund der handschriftlichen Neujahrswünsche, die die Polizei in Laternenresten im Umfeld des Zoos gefunden hat, gilt es nun als gesichert, dass die Laternen der Frauen den Brand ausgelöst haben.

Gerd Hoppmann von der Krefelder Polizei betonte, dass die drei Frauen »ganz normale, bürgerliche Menschen« seien, die auf ihn einen vernünftigen Eindruck machten. Sie hatten geglaubt, dass es zu Silvester erlaubt sei, die Laternen schweben zu lassen. Auf der Packung der im Internet bestellten Laternen habe es auch keine Warnhinweise gegeben.

Was passiert ist, tue den Frauen »unglaublich leid«. Gerd Hoppmann sagte: »Das ist sehr couragiert, sich bei der Polizei zu melden. Das ist hochanständig und verdient meinen Respekt.« Allgemein habe sich eine Vielzahl von Menschen bei den Polizeibeamten gemeldet, die »Chinesische Laternen« gezündet hatten, teilweise aus weit entfernten Gegenden, sodass ihre Lichter nicht für den Brand infrage kamen.

Der Brand selbst entstand auf einer Dachecke des Affenhauses, auf dem nach einem Hagelschaden das Glasdach durch Plexiglas ersetzt wurde. Auch Laub auf dem Dach könnte eine Rolle gespielt haben. Wieso der Brand so schnell entstehen konnte, dass weder der Wachdienst des Zoos noch die Feuerwehr eine Chance gehabt hatten, will die Polizei mit Brandversuchen klären.

Eine Zoosprecherin betonte, dass das Affenhaus erst vor wenigen Monaten gemeinsam mit der Feuerwehr in Sachen Brandschutz überprüft worden sei und es dabei keine Beanstandungen gegeben habe. Erfreut ist der Zoo über die enorme Unterstützung. Es seien schon jetzt über 4000 Spenden eingegangen. Diese seien auch dringend nötig, um ein neues Affenhaus zu bauen. Der Zoo schätzt, dass die Kosten im zweistelligen Millionenbereich liegen werden. An erster Stelle stehe allerdings zurzeit die zoointerne Trauerarbeit.

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