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Alles, was man hat, geht weg

In der Kommune Otto Muehls terrorisiert: In der Dokumentation «My Talk With Florence» erzählt eine Frau aus ihrem Leben. Von Jonas Engelmann

  • Von Jonas Engelmann
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Ich dachte, das macht ein wenig ein schockierendes Bild«, erklärt Florence Burnier und greift nach einer blutverschmierten Puppe in zerfetzter Kleidung, die sie in den nächsten zwei Stunden im Arm halten wird. Währenddessen legt sie ihrem Gegenüber, dem 1971 geborenen Wiener Regisseur Paul Poet, die Abgründe ihres Lebens schonungslos offen.

Was schnell in Voyeurismus kippen könnte, wird durch diese beiläufige Geste zu einem inszenierten Akt der Selbstbehauptung, der sich auch gegen den dokumentarischen Anspruch des Films »My Talk With Florence« stemmt: Die Puppe entstammt dem Kunstwerk »Das Spinnennetz« von Burnier und repräsentiert ihre Rückkehr ins Leben. Über Jahrzehnte war die heute als Künstlerin arbeitende, 1949 in Paris geborene Burnier von Abhängigkeitsverhältnissen determiniert, von Männern in ihrem Umfeld ausgenutzt, missbraucht und unterdrückt worden und hat erst 1990 über die Kunst einen Weg zu einer Freiheit gefunden....


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