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Schlechter Schnitt für Beschäftigte

Simon Poelchau über den Vorschlag der Grünen zum Recht auf Weiterbildung für alle

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 2 Min.
Eine Teilnehmerin arbeitet in Berlin bei einem Programmierkurs an einem Laptop. Um Schulungen und Weiterbildungen müssen sich nach einer Umfrage viele Beschäftigte in Deutschland selbst kümmern.
Eine Teilnehmerin arbeitet in Berlin bei einem Programmierkurs an einem Laptop. Um Schulungen und Weiterbildungen müssen sich nach einer Umfrage viele Beschäftigte in Deutschland selbst kümmern.

Seit der Konjunktur der Atem ausgeht, ist das Thema Weiterbildung in aller Munde. Nun schlagen auch die Grünen im Bundestag ein Recht auf Weiterbildung für alle vor. Dafür soll es ein Weiterbildungsgeld geben, das 200 Euro höher als der ALG-I- beziehungsweise ALG-II-Anspruch ist.

Positiv an dem Grünen-Vorschlag ist, dass er auch für Arbeitslose und Freiberufler gelten soll. Für Festangestellte würde er aber im Vergleich zu anderen in der Diskussion befindlichen Vorschlägen eine Verschlechterung darstellen. So fordern die Gewerkschaften schon seit langem mit einem neuen Transformationsarbeitsgeld die Verknüpfung von Kurzarbeitgeld mit Qualifizierung. Rechnet man sich beide Vorschläge kurz durch, so sieht man schnell, dass ein Beschäftigter mit einem Gehalt von 3880 brutto im Monat - was der aktuelle bundesweite Durchschnittslohn für Vollzeitkräfte ist - auch mit einem um die Hälfte reduzierten Gehalt mit Kurzarbeitergeld rund 400 Euro mehr in der Tasche hätte als beim Grünen-Vorschlag. Auch bei weitaus niedrigeren Einkommen wären die Beschäftigten mit Kurzarbeitgeld besser dran. Insofern sollte man beim Thema Weiterbildung nicht die Unternehmen aus der Pflicht lassen und lieber auf Kurzarbeit pochen statt auf ein Weiterbildungsgeld, dass nur der Staat zahlen würde.

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