Iranisches Trauerspektakel

Die Führung in Teheran ist wütend. Doch trotz Drohungen könnte die Eskalation ausbleiben

  • Von Oliver Eberhardt
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Nur wenigen dürfte der Name Kassem Soleimani bis vor wenigen Tagen ein Begriff gewesen sein. Denn der Kommandeur der Quds-Brigaden, einer Einheit der Revolutionsgarden, die für Auslandsaktivitäten zuständig ist, agierte vor allem im Hintergrund, wurde auch in Iran selten in den staatlich streng kontrollierten Medien erwähnt.

Nun wurde Soleimani in Bagdad auf Befehl von US-Präsident Donald Trump mit einem Drohnenangriff getötet. Bilder von Trauerzügen in iranischen Städten gehen um die Welt, die es in diesem Umfang zuletzt nach dem Tod des ersten Ajatollah Ruhollah Khomenei im Sommer 1989 gegeben hatte: Mehrere Tage lang wird der Leichnam Soleimanis in verschiedenen, für den Narrativ der islamischen Revolution wichtigen Städten aufgebahrt, werden Beschäftigte in staatlichen Betrieben in Bussen in die Innenstädte transportiert, um an den Märschen teilzunehmen. In den Medien wird die Tötung Soleimanis indes als Kriegserklärung darges...


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