Die Krise ist keine Katastrophe

Der Soziologe Andreas Reckwitz prophezeit ein «Ende der Illusionen» und operiert mit dem Klassenbegriff

  • Von Irmtraud Gutschke
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Spätmoderne« - dass er mit diesem Begriff im Untertitel provoziert, hat Andreas Reckwitz wohl einkalkuliert. So mitreißend, wie er argumentiert und formuliert, will er über das Wissenschaftsmilieu hinaus, zielt er auf den medialen und politischen Betrieb. Hilfestellung, um das Hier und Jetzt zu durchschauen: Angesichts alltäglicher Aufregungsproduktion braucht es einen kühlen Kopf.

Dabei ist Andreas Reckwitz nicht der Erste und nicht der Letzte, der uns ein »Ende der Illusionen« prophezeit. Dass es nicht mehr so weitergeht wie bisher, dürfte mittlerweile allgemein bekannt sein. Oder wird es gar nicht so schlimm? »Züge des Manisch-Depressiven« diagnostiziert der Soziologieprofessor im öffentlichen Diskurs und verspricht uns Entlastung, indem er die Gefühlsgespenster vertreibt.

Da meldet sich kein Untergangsprophet, der sich in moralischen Appellen an den Einzelnen ergeht. Sein Gedankengebäude ist hoch, aber standfest auf einem soliden so...


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