Fotograf im Dienst der Nazijäger

Michael Maor half als Agent dem Mossad, Adolf Eichmann zu stellen.

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Michael Maor war 27 Jahre alt und studierte in Köln Fotografie. Im Frühjahr 1960 fuhr er mit dem Zug nach Frankfurt am Main und drang abends als Agent des israelischen Geheimdienstes Mossad in das Büro des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer ein. Dort fotografierte er Dokumente. Es waren Beweismittel gegen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann, den Organisator der Deportation der Juden. Elf Tage später entführte der Mossad den in Argentinien untergetauchten Eichmann nach Israel, wo er vor Gericht gestellt und hingerichtet wurde. Für das Büro von Generalstaatsanwalt Bauer, der selbst Jude und Naziopfer war, hatte Maor einen Schlüssel. In dem Fernsehfilm »Die Akte General« (2016) wird die Begebenheit so erzählt, dass Fritz Bauer selbst dafür sorgte, dass der Agent einen Schlüssel zum Büro erhält.

Fakt ist, dass der Generalstaatsanwalt die Hinweise, die er auf den Verbleib von Adolf Eichmann hatte, nach Israel weitergab - wei...


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