Besser als gar kein Alkohol

Die Prohibition zwischen 1920 und 1933 bescherte den USA vor allem Steuerausfälle und stärkte die organisierte Kriminalität.

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.
Demonstranten mit Schildern "We want beer" ziehen in den 1920ern durch die Broad Street in Newark, New Jersey.

Die Roaring Twenties in den Vereinigten Staaten waren voller Widersprüche. Zum einen können sie durchaus als Goldene Zwanziger gelten, in denen sich zum ersten Mal eine Konsum- und Wohlstandsgesellschaft herausbildete. Republikaner regierten im Weißen Haus: Warren G. Harding, Calvin Coolidge und Herbert Hoover. Sie ließen der Wirtschaft relativ freien Lauf. Neue Branchen wie die Automobil- und Elektroindustrie wuchsen rasant. Massenproduktion erlaubte Preissenkungen. Steuersenkungen ließen Konzernprofite um 63 Prozent wachsen. Die Reallöhne in der Industrie stiegen zwar ebenfalls, aber nur um magere sechs Prozent.

Kurz vor Beginn des neuen Jahrzehnts wurde 1919 der 18. Verfassungszusatz zum landesweiten Verbot von Herstellung, Verkauf und Konsum von Alkohol verabschiedet. In Kraft traten die Bestimmungen am 16. Januar 1920 um 24 Uhr.

Die Entscheidung zur Prohibition kam nicht aus dem Nichts. Verschiedene Temperenzbewegungen (...


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