Werbung
  • Berlin
  • Liebknecht-Luxemburg-Demonstration

Links immer, rechts nimmer

Andreas Fritsche wünscht Frieden durch eine linke Einheitsfront

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.
Eine rote Nelke wird beim stillen Gedenken für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht anlässlich des 101. Jahrestages ihrer Ermordung auf der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde abgelegt.
Eine rote Nelke wird beim stillen Gedenken für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht anlässlich des 101. Jahrestages ihrer Ermordung auf der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde abgelegt.

Via Lautsprecher wurde durchgesagt, wie sich die Teilnehmer im Falle von Polizeigewalt verhalten sollen. Doch soweit sich das überblicken ließ, blieb es friedlich am Sonntag bei der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration. Eine Verletzte gab es dennoch. Kurz vor der Ankunft an der Gedenkstätte der Sozialisten stürzte eine alte Frau. Einige Demonstranten und drei Polizisten kümmerten sich um die Dame, deren rechter kleiner Finger unnatürlich verdreht und wahrscheinlich gebrochen war und die auch eine Platzwunde im Gesicht hatte. Ein Beamter rief über den Sprechfunk medizinische Hilfe herbei.

Es war ein kleines Wunder, dass in den 1990er Jahren immer am zweiten Sonntag im Januar 120.000 und mehr Menschen zur letzten Ruhestätte von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg pilgerten, obwohl nun nicht mehr organisiert Arbeitskollektive und Schulen marschierten wie in der DDR. Es ist die wichtigste und die größte regelmäßige linke Manifestation in Deutschland, die auch Besucher aus dem Ausland anzieht. Inzwischen sind es gefühlt nicht mehr 100.000, aber immer noch sehr viele Menschen. Recht unterschiedliche linke Parteien und Gruppierungen mobilisieren, versuchen vor Ort durchaus, sich gegenseitig Anhänger abspenstig zu machen und bieten ihre Programme als den jeweils richtigen Weg zum Sozialismus an.

Ein bisschen eint aber der Anlass des Gedenkens und vielleicht auch das Wissen, dass Rechte fast überall in Europa auf dem Vormarsch sind, dass Kriege drohen, an denen die Bundeswehr beteiligt sein könnte. Karl Liebknecht, der als Reichstagsabgeordneter mutig gegen die Kredite zur Finanzierung des Ersten Weltkriegs stimmte, kann ein Vorbild sein.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!