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Das erste Bedürfnis

Dumme Konsumenten, böse Kapitalisten? Wir sollten anders über Bedürfnisse reden

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.
Ein modernes Feuerzeug könnte auch Musik abspielen. Ob man das braucht, ist allerdings zweifelhaft.

Ein Staat, der sich als revolutionär versteht, muss zu seinem ersten Bedürfnis die Kritik der Bedürfnisse machen. Aber so lange Leitung vorwiegend von oben nach unten Strom führt, wird das Verdikt immer wieder gerade auf neue Bedürfnisse fallen.» Heiner Müller hat das 1977 geschrieben, in einem Text über Thomas Brasch und die DDR unter der Überschrift: «Wie es bleibt, ist es nicht».

Kann es aber etwa heute, wo der Staat sich ganz anders versteht, so bleiben, wie es ist? Oder so gefragt: Was ließe sich aus Müllers Kritik an vergangenen Verhältnissen, in denen die Befreiung vieler Bedürfnisse auch bloß falsches Versprechen geblieben ist, für die Zukunft lernen?

Zunächst einmal und vor allem, dass über individuelle Bedürfnisse und ihr gesellschaftliches Sein anders gesprochen werden sollte, statt stets von der falschen Richtung zu kommen – von den Verboten her, von deren Kritik als angeblich freiheitseinschränkend, von einer Pos...


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