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Die Loveparade braucht keiner

Martin Kröger mag Techno, aber keinen Kommerzumzug

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 2 Min.

Einst hat die Loveparade den Ruf Berlins als Metropole der elektronischen Clubmusik mit befeuert. Doch mit den Jahren wurde die Veranstaltung immer kommerzieller. Am Schluss hatte die Parade in Berlin nichts mehr mit ihrer ursprünglichen Intention zu tun. Es war deshalb damals konsequent und richtig, der Loveparade den politischen Charakter abzusprechen. Dass der Umzug irgendwann nach Nordrhein-Westfalen abwanderte, juckte in Berlin schließlich kaum noch jemanden. Alle waren froh, dass die Zeiten des allsommerlichen verwüsteten und nach Urin stinkenden Tiergartens endlich vorbei waren.

Aber nicht nur die Berliner Erfahrungen sprechen gegen eine Neuauflage der Loveparade in der Hauptstadt, oder wie der Umzug angesichts der Namensrechte auch heißen mag. Es ist zudem absolut pietätlos, die Loveparade ausgerechnet zehn Jahre nach der Katastrophe von Duisburg mit zahlreichen Todesopfern und Hunderten Verletzten in Berlin wiederaufleben lassen zu wollen. Wie kann man nur so geschichtsvergessen sein? Ist doch der Name Loveparade auf ewig mit dem schrecklichen Unglück verknüpft. Man kann deshalb nur hoffen, dass sich nicht genügend Spender für die Neuauflage des Projektes finden. Eine neue Loveparade in Berlin braucht keiner.

Auch die zahlreichen bedrohten Musikclubs in Berlin, denen die Gentrifizierung, steigende Mieten und fehlende Freiräume zu schaffen machen, brauchen keine Loveparade. Die Clubs haben über die Jahre ihre eigenen, politischen Paraden organisiert. So gibt es unter anderem die Fuckparade - die ursprüngliche Gegenbewegung zur Loveparade - zu Recht noch immer.

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