Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Easyjet wartet Flugzeuge selbst

Fluggesellschaft rekrutiert extra Personal für den Airport BER in Schönefeld

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 3 Min.

Die Fluggesellschaft Easyjet will die tägliche Wartung ihrer derzeit 35 an den Flughäfen Tegel und Schönefeld stationierten Flugzeuge künftig von eigenen Beschäftigten durchführen lassen. »Wir haben uns für eine eigene Wartungsstation in der Region Berlin-Brandenburg entschieden, um unserem Engagement weiter Gewicht zu geben«, erklärt Stephan Erler, Country Manager Deutschland des Konzerns am Montag in Schönefeld (Dahme-Spreewald). Mehr als 80 neue Mitarbeiter sollen dafür eingestellt werden. Derzeit hat Easyjet in Deutschland bereits 1500 Beschäftigungsverhältnisse. Die Menschen arbeiten als Piloten, Flugbegleiter und als Bodenpersonal.

Damit wird das Unternehmen seinen ersten Instandhaltungsstandort außerhalb der britischen Inseln in Berlin etablieren. Easyjet verspricht sich nicht nur Kostenvorteile. »Je mehr Fluggerät ich habe, desto besser muss ich koordinieren. Wir sind der Überzeugung, dass das am Besten im eigenen Haus stattfindet«, so Erler. Für Easyjet ist das ein logischer Schritt. Netzwerkweit sei Berlin der größte Standort nach dem Flughafen London-Gatwick. Mit der Konzentration des Flugbetriebs auf den neuen Hauptstadtairport BER, der am 31. Oktober eröffnen soll, werde er die größte Basis in Kontinentaleuropa.

Der Konzern wird keine neuen Hangars bauen oder bestehende beziehen, denn es geht um die sogenannte Line Maintenance, die an den Parkpositionen der Flugzeuge stattfindet. »Es geht um die tägliche Sicherstellung der Flugfähigkeit«, so Erler. Dabei drehe es sich zum Beispiel um einen Reifenwechsel oder die Überprüfung der hydraulischen Systeme, erläutert er. Das passiert schon jetzt, allerdings erledigen Fremdfirmen die Arbeiten.

Nachdem die Lufthansa ihren Drehkreuzen Frankfurt am Main und München den Vorzug gibt und Berlin eher stiefmütterlich behandelt, ist Easyjet spätestens seit der Übernahme eines Großteils der Verbindungen von Air Berlin der Platzhirsch in der Region. Mit mehr als zwölf Millionen beförderten Fluggästen im Jahr 2019 beherrscht der britische Konzern über ein Drittel des Marktes in der Region Berlin-Brandenburg. Die beiden Flughäfen Tegel und Schönefeld zählten im vergangenen Jahr zusammen 35,6 Millionen Passagiere. Es war das neunte Rekordjahr in Folge.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup begrüßt das Engagement daher auch »außerordentlich«. Er erklärt: »Das große Vertrauen von Easyjet in den Standort ist ein wichtiges Signal für den BER.« Die geplante Investition an sich ist mit zwei Millionen Euro allerdings eher überschaubar.

Im Frühsommer soll das hauseigene Wartungsteam seine Arbeit in Schönefeld aufnehmen. Easyjet rekrutiert bereits jetzt Personal und will auch in die Ausbildung künftiger Ingenieure investieren. Mit dem Umzug der derzeit 23 in Tegel stationierten Flugzeuge am 31. Oktober will das Unternehmen seine Flotte am BER komplett selbst warten. Easyjet wird als erste Fluggesellschaft den Flugbetrieb am neuen Hauptstadtairport aufnehmen.

Und trotzdem ist Easyjet eher auf Konsolidierung ausgerichtet. »Wir sind stark fokussiert auf den Berliner Markt und werden kein großes Wachstum auf dem deutschen Markt anstreben«, sagt Stephan Erler. An den Berliner Flughäfen insgesamt sinken im Vorjahresvergleich seit Juni 2019 die Passagierzahlen auf Inlandsverbindungen, seit August auch gen Ausland. Einen Anteil daran hat sicherlich die Ende 2017 eröffnete ICE-Schnellstrecke zwischen Berlin und München, mit fast zwei Millionen Fluggästen war die Verbindung im Jahr 2018 nach jener nach Frankfurt am Main die zweitnachgefragteste der Region. »Als Problemverbindung möchte ich sie nicht bezeichnen«, erklärt Erler. Gegenüber 2018 hat das Unternehmen jedoch schon die Zahl der Flüge von bis zu acht pro Tag auf maximal fünf reduziert.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln