Einfach den Flügel abfackeln

Stets am Massengeschmack vorbei: Zum Tod des Jazz- und Jazzrockmusikers Wolfgang Dauner

  • Von Rainer Balcerowiak
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Es gehört zur Tragik des Kulturbetriebs, dass Künstler, die während ihres Lebens ein Nischendasein fristeten, nach ihrem Tod zur Lichtgestalt stilisiert werden. Für zeitgenössische deutsche Musiker aus den Sparten Avantgarde und Jazz ist dieses Schicksal nahezu unausweichlich. Und so schaffte es auch Wolfgang Dauner, der am vergangenen Freitag im Alter von 85 Jahren nach langer Krankheit in seiner Heimatstadt Stuttgart gestorben ist, wohl erstmals in die Prime-Time-Ausgaben von »Tagesschau« und »Heute-Journal« und in die großen Boulevardmedien, wo er unisono als »Pionier des deutschen Jazz« gepriesen wurde.

In der Tat hat Dauner, der weitgehend autodidaktisch in seine Rolle als Jazzmusiker hineinwuchs, einiges vorzuweisen. Frühzeitig lernte er, sich in den einigermaßen komfortablen Nischen einzurichten, die der bundesdeutsche Kulturbetrieb für eloquente Vertreter der Avantgarde bereithält: Kompositionsaufträge, Preise, Lehraufträg...


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