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Kein Ekeltest

Personalie: Günther Krause hatte auch im RTL-»Dschungelcamp« kein Glück

  • Von Hagen Jung
  • Lesedauer: 2 Min.

Schweinesperma, Känguruhoden oder andere »Genüsse«, wie sie in früheren Folgen der RTL-Sendung »Dschungelcamp« den Kandidaten als Ekeltest vorgesetzt wurden, braucht der ehemalige Bundesverkehrsminister Günther Krause nicht in sich hinein zu würgen. Schon am ersten Tag nach Beginn der zweiwöchigen Serie musste er den Drehort in Australien verlassen. Wegen eines Schwächeanfalls, wie der Sender angibt. Er hatte seinem Publikum gezeigt, wie sich Krause nach langjähriger Politabstinenz wieder wie ein Staatsgast fühlen durfte: Im schwarzen Rolls-Royce wurde der 66-Jährige in den Dschungel chauffiert, begleitet von einer Motorrad-Eskorte. Sodann begrüßte ein Bläserquintett den ersten Politiker unter den Kandidaten mit der deutschen Nationalhymne auf einem grünen Teppich.

Einen roten hat er wohl nicht mehr betreten, seit ihn Bundeskanzler Helmut Kohl 1993 zum Rücktritt drängte. Affären seien der Grund gewesen, hieß es. Krause habe ostdeutsche Autobahnraststätten an eine niederländische Hotelkette verhökert, habe bei der Vergabe eines Autobahnprojekts eine bestimmte Firma bevorzugt, einen privaten Umzug sowie seine Putzfrau staatlich bezuschussen lassen. Der CDU-Mann, der vor 30 Jahren für die DDR den Einigungsvertrag unterzeichnet hatte, trat nach dem Minister-Aus auch als Landesvorsitzender seiner Partei in Mecklenburg-Vorpommern zurück.

Es wurde still um Krause, bis er 2002 wieder in den Schlagzeilen auftauchte: Er war im Zusammenhang mit der Pleite seiner Firma »Aufbau Invest GmbH« angeklagt, 2009 dann zu 14 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Rechtlichen Ärger bekam er erneut 2018. Er und seine Ehefrau hatten für rund 460.000 Euro ein komfortables Haus an der Mecklenburgischen Seenplatte gekauft, aber nicht bezahlt. Erst kurz vor der Zwangsräumung verließ das Paar die Villa. Nun hat er auch das Dschungelcamp verlassen. Nicht ohne zuvor einen Gruß an Kanzlerin Angela Merkel abzusetzen: »Liebe Angela, liebe Angie, du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Du wirst mich nicht los.«

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