Wenn der Staat bei den Alten klingelt

Niedersachsen plant »präventive Hausbesuche« - Kritik: »Unerwünschte Zwangsbeglückung«

  • Von Hagen Jung
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Wilma Schulze hat Kaffee gekocht, ein Körbchen mit knusprigen Keksen auf den Couchtisch gestellt. Die 83-Jährige erwartet Besuch: Ein Mitarbeiter der städtischen Sozialabteilung hat sich angekündigt. Er möchte mal gucken, ob die Seniorin gut zurechtkommt in ihrer Zweizimmerwohnung im Süden Hannovers, ob sie vielleicht Hilfe benötigt. Und wenn ja, so möchte ihr der Berater zeigen, von wem und wie sie unterstützt werden kann bei ihrem größten Wunsch: zu Hause zu bleiben, nicht irgendwann in ein Heim umziehen zu müssen. Der gute Mann kommt, seine Gastgeberin freut sich über ein nettes Gespräch und über allerlei Informationen, etwa zu Einkaufshilfen oder Mittagstischen.

So könnte womöglich der Idealfall eines »präventiven Hausbesuchs« aussehen, wie ihn Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) in Gang bringen will.

Dazu werden zunächst drei Modellkommunen gesucht, die beim Besuchsangebot mitmachen möchten. Bis 2022 wird das Pilotp...


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