Werbung

Küche des Grauens

Ulrike Henning rät Klinikpatienten zur Verpflegung durch Verwandte

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: 1 Min.
Soll das lecker und gesund sein?
Soll das lecker und gesund sein?

Der medizinische Fortschritt - in Form neuer Technik und spezialisierter Fachkräfte - ist teuer, deshalb müssen Klinikleitungen anderswo sparen. Sie haben das bei der Pflege getan und, ohne größere Proteste bisher, auch in den Küchen. Pflegekräfte sind offenbar besser organisiert als Patienten, die den Pamps essen sollen. Kranke sind zudem geschwächt und sowieso oft appetitlos. Also bleiben Graubrot, Schmelzkäse und Mettwurst meist liegen. In den Müll wandern lauwarme Suppen, Kassler, Pfannkuchen, gesüßter Joghurt und Obstsalat aus der Konserve. Während manch ein Kardiologe für »zu Hause« (!) die Mittelmeerdiät empfiehlt, erfahren die Patienten auf den Stationen, wie das Gegenteil davon aussieht.

Die oft ausgelagerten Klinikküchen sind nicht nur unflexibel und können eine gewählte Ernährungsrichtung erst am nächsten Werktag ändern. Manchmal liefern sie nicht einmal Schonkost. Der Patient bekommt einen Gutschein für die Krankenhaus-Cafeteria. Dort gibt es erst recht keine Schonkost, meist auch nichts Gesundes. Was Ärzte und Pflegepersonal davon halten, zeigen abends auf den Stationen einreitende Pizzaboten und Lieferdienste.

Die Botschaft ist klar: Im Krankenhaus ist alles andere wichtig als ein gesunder Lebensstil. Gut, der könnte eigentlich manches Leiden ersparen - aber dafür ist es ja sowieso schon zu spät.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!