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Sozialdemokraten fordern besseren Schutz für Politiker

Nach den Schüssen auf das Büro von Karamba Diaby lädt die SPD alle Parteien mit Ausnahme der AfD zu einem Krisentreffen ein

  • Lesedauer: 2 Min.
Die Einschusslöcher in einer Fensterscheibe des Büros des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby in Halle.
Die Einschusslöcher in einer Fensterscheibe des Büros des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby in Halle.

Berlin. Nach Schüssen auf das Büro des SPD-Abgeordneten Karamba Diaby planen die Sozialdemokraten ein hochrangiges Krisentreffen für mehr Schutz für Politiker. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil habe dazu die Generalsekretäre oder Bundesgeschäftsführer aller Bundestagsparteien mit Ausnahme der AfD angeschrieben, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Er wolle »sehr zeitnah« darüber beraten, wie sich gerade ehrenamtliche Politiker besser schützen könnten, heißt es demnach in dem an Linda Teuteberg (FDP), Paul Ziemiak (CDU), Markus Blume (CSU), Michael Kellner (Grüne) und Jörg Schindler (LINKE) adressierten Schreiben.

Am Mittwoch waren an einer Scheibe des Bürgerbüros Diabys im sachsen-anhaltischen Halle mehrere Einschusslöcher festgestellt worden. Der Angriff auf das Büro hatte Bestürzung ausgelöst. Verletzt wurde niemand. Von dem oder den Tätern fehlt bislang jede Spur.

In dem Schreiben Klingbeils heißt es, es müsse beraten werden, »welche gemeinsamen politischen und gesellschaftlichen Initiativen es braucht, um der Verrohung und dem offenen Hass gegen diejenigen, die Verantwortung übernehmen, offensiv entgegen zu treten«. Der Anschlag gegen das Bürgerbüro Diabys stehe in einer langen Reihe von zunehmender Gewalt und Drohungen gegen Politiker demokratischer Parteien, die man nicht dulden könne und dürfe. »Das oberste Ziel muss dabei sein, dass wir diejenigen schützen, die Verantwortung für unsere Demokratie übernehmen.«

Diaby soll am Samstag mit dem Integrationspreis der Europäischen Gesellschaft für Politik, Kultur, Soziales, »Diaphania« in Heilbronn, ausgezeichnet werden. Der Politiker habe aufgrund seiner schwarzen Hautfarbe in Deutschland Ablehnung, Ausgrenzung, Anfeindungen und Angriffe erfahren, teilte die Europäische Gesellschaft mit. Dennoch habe er sich für den sozialen Frieden und die Integration in Deutschland unaufhörlich eingesetzt. Der Integrationspreis der Europäischen Gesellschaft wird nach deren Angaben seit 2003 verliehen.

Derweil nahm der Bürgermeister von Kamp-Lintfort in Nordrhein-Westfalen seine Klage auf Erteilung eines Waffenscheins zurück. Das bestätigte das Düsseldorfer Verwaltungsgericht am Freitag. Das Verfahren sei daraufhin eingestellt worden, der Verhandlungstermin am 21. Januar sei aufgehoben. Der SPD-Politiker Christoph Landscheidt hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, er verspreche sich von seinem Schritt eine Versachlichung der Diskussion. Zuvor hatte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärt, Landscheidt erhalte nun doch Personenschutz. Eine neue Prüfung habe ergeben, dass er gefährdet sei. dpa/nd

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