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Klimaschutz kommt unter Renditezwang

Deutsch-Französisches Joint-Venture mit Blackrock

  • Lesedauer: 2 Min.

Davos. Deutschland und Frankreich wollen gemeinsam mit dem Investmentkonzern Blackrock zusätzliches Kapital für Klimaschutzprojekte mobilisieren. Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos wurde dazu am Mittwoch eine Klima-Finanz-Partnerschaft vorgestellt. Beteiligt sind demnach neben Blackrock die französische Entwicklungsagentur AFD, das Bundesumweltministerium (BMU) sowie die US-Stiftungen Hewlett Foundation und Grantham Foundation für Umweltschutz.

»Diese ehrgeizige Partnerschaft wird dazu beitragen, den Kapitalfluss in Schwellenländer in Richtung von Investitionen in nachhaltige Entwicklung zu lenken und zielt dabei vor allem auf Afrika«, sagte AFD-Generaldirektor Rémy Rioux in Davos. Die Partnerschaft soll den Angaben zufolge mit einem Startkapital von 100 Millionen US-Dollar (etwa 90 Millionen Euro) ausgestattet werden. Davon sollen jeweils 30 Millionen US-Dollar von der AFD und dem BMU kommen. Damit soll vor allem Blackrock zusätzliches privates Kapital im Volumen von 400 Millionen US-Dollar mobilisieren.

Blackrock hatte bereits vergangene Woche ein stärkeres Engagement im Klimaschutz angekündigt. Demnach will sich der Großinvestor aus allen Unternehmen zurückziehen, die mehr als ein Viertel ihrer Erträge in der Kohlewirtschaft erzielen. Im Gegenzug sollen Investitionen in den Klimaschutz aufgestockt werden. »Wir müssen festhalten, dass Klimarisiken auch Investitionsrisiken sind«, sagte Blackrock-Vize Philipp Hildebrand zudem am Dienstagabend in den ARD-»Tagesthemen«. Diese Risiken dürften künftig auch in die Bewertungen von Firmen einfließen. Blackrock-Chef Larry Fink hatte zuvor in Schreiben an zahlreiche Unternehmen mehr ökologisches Denken und Handeln eingefordert.

Kritikern zufolge täuscht Blackrock damit die Öffentlichkeit. »Keiner vermag so geschickt wie Blackrock so zu tun als reformiere man den Kapitalismus, um fast alles unter den Renditezwang zu stellen«, erklärte Peter Grottian, der derzeit in Berlin ein Tribunal gegen den Investmentkonzern organisiert. So plädiere Blackrock-Chef Fink für weniger Waffen, »aber mischt bei Rheinmetall kräftig und gewinnbringend mit«. AFP/nd Kommentar Seite 10

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