Permanente Grabenkriege sind typisch für die peruanische Linke

Salomón Lerner Febres über die Gründe für Neuwahlen, den Kampf gegen die Korruption und die zerstrittenen Parteien im progresssiven Lager

  • Von Knut Henkel
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Salomón Lerner Febres, emeritierter Professor und ehemaliger Rektor der Päpstlichen katholischen Universität von Lima. Er ist 75 Jahre alt und hat zwischen 2000 und 2003 die Wahrheitskommission Perus geleitet. Deren Aufgabe war es die Menschenrechtsverbrechen während des Bürgerkrieges (1980-2000) zu dokumentieren, er engagiert sich für eine Stärkung der peruanischen Demokratie.

In Peru stehen am 26. Januar außerplanmäßig Neuwahlen für das Parlament an - warum sind sie nötig?

Präsident Martín Vizcarra sah sich im Parlament einer Mehrheit aus Fuerza Popular (der Partei von Keiko Fujimori) und der einst sozialdemokratischen APRA von Ex-Präsident Alan García gegenüber, die seine Reformstrategie gegen die Korruption systematisch blockierte. Als letztes Mittel hat Vizcarra Ende September 2019 im Einklang mit der Verfassung das Parlament aufgelöst und die Neuwahlen angeordnet, um die institutionelle Krise zu beenden. Allerdings werden die Parlamentarier nur ein Mandat bis zu den nächsten Präsidentschaftswahlen im April 2021 erhalten - sie sollen Peru wieder regierungsfähig machen.

Klingt, als ob eine Erneuerung des Parteienspektrums ansteht - haben Sie da Hoffnung?

Die Erneuerung des Parteienspektrums ist ohne Zweifel überfällig, aber da stehen wir noch ganz am Anfang. Die APRA, die lange für eine soz...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.