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Streitkultur

argumentum ad honinem

Wie Sie immer schön sachlich bleiben und rhetorische Ausweichmanöver entlarven

Von Katja Choudhuri

Agumentum ad hominem

Kennen Sie das? Ihr Kind wirft Ihnen im Streit an den Kopf: »Du hast mir gar nichts zu sagen, so viel wie du ...« Fügen Sie an dieser Stelle eines Ihrer (vermeintlichen) Laster ein, und schon läuft die bis eben so sachlich ausgetragene Debatte aus dem Ruder.

Was ist passiert, und warum müssen Sie sich plötzlich für Dinge rechtfertigen, die mit dem Kern der von Ihnen vorgetragenen Kritik gar nichts zu tun haben? Ganz einfach: Ihre vermutlich so wohlwollend und vorsichtig vorgebrachte Meinung wird mit einem Argumentum ad hominem einfach abgebügelt.

Ein Argumentum ad hominem (aus dem Lateinischen, soviel wie »Beweisrede gegen den Menschen«) ist ein Scheinargument. Es wird benutzt, um das Sachargument des Gegenübers durch einen Angriff auf dessen persönliche Eigenschaften zu entkräften bzw. zu delegitimieren. Und zwar in dieser Form: »Person A hat den Makel B, folglich sind ihre Argumente falsch.«

Ad hominem lenkt vom Thema ab und drängt das Gegenüber in die Ecke, da es sich erst einmal verteidigen muss, bevor es zum Gegenstand der Debatte zurückgeht. Eine rationale Diskussion bezieht sich jedoch immer auf die Sache. Das Argumentum ad hominem erfreut sich gerade bei Debatten in den sozialen Netzwerken großer Beliebtheit. Ein anschauliches Beispiel findet sich in der aktuellen Klimadebatte - wenn die Argumente des Gegenübers mit dem Hinweis auf dessen klimaschädliches Verhalten abgeschmettert werden.

Also: Immer schön sachlich bleiben!