• Kultur
  • Sonderbares Deutschland

Der alte Mann und das Bier

Seit fünfzehn Jahren lebt Christian Y. Schmidt in Peking. Wenn er sich in Deutschland aufhält, notiert er, was ihm Sonderbares auffällt.

  • Von Christian Y. Schmidt
  • Lesedauer: ca. 11.0 Min.
Für alle Fälle: Verbotsschild auf einer Wiese im Oderbruch

Einmal zu Karl und Rosa und zurück

Weil ich ausnahmsweise im Januar in Berlin bin und weil sich obendrein die Ermordung von Luxemburg und Liebknecht zum hundertsten Mal jährt, beschließe ich am Morgen, heute auch endlich mal »zu Rosa und Karl« rauszulaufen. Ich glaube, das muss man einmal im Leben gemacht haben, genauso wie man einmal auf der chinesischen Mauer gestanden haben muss und am Fuß des Everest verweilt haben sollte.

Bei der Demonstration, die vor meinem Fenster am Frankfurter Tor startet, laufen nahezu ausschließlich irgendwelche Splittergruppen mit: DKP, MLPD, Klasse gegen Klasse, Trotzkisten und mindestens fünf türkische marxistisch-leninistische Parteien. Mich rühren die zumeist älteren Gestalten, die Fahnen und Transparente in den grauen Himmel recken oder mich tapfer fragen, ob ich nicht vielleicht die »Kommunistische Arbeiterzeitung« kaufen will, weil sie mich an meine eigene Maoistenjugend erinnern. Wie aber ...


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