Von der Newa nach Neukölln

Erinnernwollen und Vergessenkönnen

  • Von Samuela Nickel
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

An welchem Punkt setzt man an, um die eigene Geschichte des Überlebens zu erzählen? Mit der Befreiung, mit den prägendsten Erinnerungen? Die Zeitzeug*innen im Film »Kinder der Blockade« beginnen von vorne: Am ersten Tag des Krieges war herrliches Wetter, erzählt Israel Potiha. Er war am See baden, als plötzlich die Menschen aufbrachen - was ist los, war ist passiert? »Kinder! Es ist Krieg!«, ruft man ihm zu. Der erste Tag war heiß und sonnig, erzählt auch Natalja Jahn. Sie erinnert sich an die frischen Krapfen mit Puderzucker im Leningrader Kulturpark. Kurze Zeit später wurde die Stadt bombardiert, Blicke in den Himmel prägen die Erzählungen von den darauffolgenden Tagen. Alexander Kvardin hat den brennenden Zucker in den Lebensmittellagern noch vor Augen. Zucker, der auf die Straße schmolz und ganz schwarz wurde.

Neun Überlebende der Leningrader Blockade sprechen über ihre Erlebnisse während der Belagerung der Stadt durch die Weh...


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