Warum der Mord an Ken Saro-Wiwa ohne Konsequenzen blieb

Regierungsdokumente belegen wie Großbritannien Mitte der 1990er Jahre zugunsten von Ölkonzernen Sanktionen gegen Nigeria blockierte

  • Von Christian Selz, Kapstadt
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Mahnwache von Greenpeace in Gedenken an Ken Saro-Wiwa in Berlin

Eine größtmögliche Öffentlichkeit war da sicher nicht das Ziel: Zum Jahresausklang hat Großbritanniens Regierung zuvor geheime Dokumente freigegeben, die belegen, wie Premierminister John Major 1995 zugunsten von Ölkonzernen Sanktionen gegen die Militärdiktatur in Nigeria blockierte. Die Hinrichtung des Umweltschützers und Menschenrechtlers Ken Saro-Wiwa nahm London hin, den südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela log Major dreist an.

Saro-Wiwa war Anfang der 1990er Jahre weltweit bekannt geworden. Sein Movement for the Survival of the Ogoni People (MOSOP) leistete friedlichen Widerstand gegen die Zerstörung des Niger-Deltas durch internationale Ölkonzerne, die der Bevölkerungsminderheit der Ogoni die Lebensgrundlage nahm. Als Kopf der Bewegung brachte der Schriftsteller 1993 etwa 300.000 Menschen zu Protesten auf die Straße, mehr als die Hälfte der Ogoni-Bevölkerung. Nigerias Militärregime reagierte mit Repressionen. Nach den...


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