Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Mit Washingtons Billigung

Martin Ling über den Wortbruch von Boliviens »Interimspräsidentin«

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 1 Min.

Es ist eine Unverfrorenheit sondergleichen: Boliviens »Interimspräsidentin« Jeanine Áñez wird bei der kommenden Präsidentschaftswahl kandidieren. Sie macht damit das, was sie immer ausgeschlossen hatte. Und sie bricht Recht, denn nach ihrem eigenen Bekunden hatte ihre De-facto-Regierung offiziell nur einen einzigen Auftrag: Organisierung von Neuwahlen in 90 Tagen. Weder diese Frist wurde eingehalten, noch das Mandat, sich auf die Organisierung von Neuwahlen zu beschränken, die für den 3. Mai angesetzt sind.

Es ist eine Unverfrorenheit sondergleichen, weil Áñez und Co. dem Präsidenten Evo Morales Rechtsbruch vorgeworfen haben, weil er mit Zustimmung des ihm gewogenen Verfassungsgerichts im Oktober ein drittes Mal hintereinander kandidierte, obwohl die Verfassung maximal zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten vorsieht. Statt Neuwahlen zu organisieren, hat Áñez eine weiße Konterrevolution eingeleitet. Ihr offensichtliches Ziel: Schluss mit der indigenen Hegemonie, die sich nach dem Amtsantritt von Evo Morales ab 2006 in Bolivien zu entwickeln begann.

Während die Unregelmäßigkeiten bei den Oktoberwahlen und die folgenden Proteste von Washington und Berlin mit scharfer Kritik am undemokratischen Gebaren von Evo Morales begleitet wurden, bleibt es jetzt still. Morales kann sich in seinen Putschvorwürfen zu recht bestätigt fühlen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln