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Gedenken an Massaker im KZ-Außenlager

Zum 75. Jahrestag der Ermordung von 1342 Häftlingen wird in Jamlitz die erweiterte Freiluftausstellung eröffnet

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.
Ausstellung in der Museumsbaracke in Lieberose
Ausstellung in der Museumsbaracke in Lieberose

Im KZ-Außenlager Lieberose - so lautete der Name, das Lager befand sich tatsächlich im nahe gelegenen Jamlitz - litten einst rund 10 000 Menschen, darunter sehr viele polnische und ungarische Juden. Vom 2. bis zum 4. Februar 1945 ermordete die SS in den Krankenbaracken 1342 Häftlinge.

Zum 75. Jahrestag dieses Massakers lädt die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten ein, daran zu erinnern - am 2. Februar von 13.30 bis 15 Uhr im Justus-Delbrück-Haus, Am Bahnhof 1 in Jamlitz. Dort sprechen Stiftungsdirektor Axel Drecoll, Bischof Christoph Stäblein und Pfarrer Wolfgang Krautmacher sowie Peter Kotzan vom Vorstand des Vereins zur Förderung des Museums der antifaschistischen Mahn- und Gedenkstätte Lieberose. Bei der Gelegenheit wird in Jamlitz auch die Erweiterung der Freiluftausstellung am einstigen Tatort offiziell eröffnet. Im Jahr 2018 war an den Fundamenten der Krankenbaracken in Jamlitz ein Gedenkort eingeweiht worden. Nun werde die Freiluftausstellung um Biografien der Ermordeten ergänzt, teilte die Stiftung mit. Es gibt außerdem eine kleine Ausstellung in einer Museumsbaracke am Fuße eines Hangs neben dem Friedhof in Lieberose. Diese Ausstellung wird von Kotzans Verein betreut. Jamlitz ist ein ganzes Stück entfernt. Aber oben auf dem Hang steht bereits seit 1973 ein Mahnmal. In seinem Rondell beigesetzt ist die Asche von 577 Häftlingen. Die SS hatte sie 1945 bei der Räumung des KZ-Außenlagers ermordet. 1971 wurden ihre sterblichen Überreste in einer Kiesgrube entdeckt.

Das Mahnmal weist Risse und andere Schäden auf und muss dingend saniert werden. Ein Kostenvoranschlag, der den Bau einer Rampe für Rollstuhlfahrer berücksichtigt, bezifferte den Aufwand auf 33 000 Euro. Das brandenburgische Finanzministerium stellte Lottomittel in Aussicht. Doch die Sanierung scheiterte bislang an der Kofinanzierung, weil sich das Amt Lieberose außerstande sah, den kommunalen Eigenanteil von 18 000 Euro aufzubringen.

Mahnmal endlich sanieren
Andreas Fritsche fordert Lösung für KZ-Mahnmal in Lieberose

Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski (LINKE) hatte vor einem Jahr ausrichten lassen, das Angebot ihres Ressorts stehe. Man bemühe sich und sei zuversichtlich, eine Lösung zu finden. Doch inzwischen ist die LINKE in der Opposition und Trochowski nicht mehr im Amt. Peter Kotzan weiß im Moment nicht, ob die Versprechen der Regierung noch gelten. Nachfragen kann er am 2. Februar bei Kulturstaatssekretär Tobias Dünow (SPD). Auch der ist als Redner angekündigt.

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