Da-da-da-daaa! Ich bin jetzt da!

Der Pianist Igor Levit beschäftigt sich schon lange mit Beethovens Klaviersonaten. Jetzt widmet er ihnen einen Podcast

  • Von Tom Wohlfarth
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.
Ein begnadeter Musikvermittler und -verführer: Igor Levit, 2011 im Münchner Prinzregententheater

In einem Anflug beginnenden Überdrusses am schon jetzt heftig heiß laufenden Beethovenjahr fragte der Kulturpodcast des Deutschlandradios, »Lakonisch elegant«, Anfang Januar kritisch danach, an welche Künstler und Geistesgrößen von heute man sich denn wohl in 250 Jahren noch erinnern würde. Als gewisser Grundkonsens zwischen Gästen und Moderatorinnen schälte sich schnell heraus, dass allein künstlerische oder sonstige Leistung auf dem jeweiligen Gebiet nicht mehr ausreichen dürfte, sondern dass eine Art moralische Integrität oder ein moralisch unverdächtiges politisches Anliegen dazukommen müsse, um des Gedenkens künftiger Generationen würdig zu sein. Das heißt: Peter Handke und Michael Jackson waren raus, genannt wurden stattdessen unter anderem die feministische Popsängerin Beyoncé, die Gendertheoretikerin Judith Butler und der Wohlfahrtsökonom Amartya Sen.

So fragwürdig eine solche Moralisierung von Wissenschaft und vor allem Kunst s...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.