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Anführer der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung bekräftigen Ziele

Separatisten durften das Gefängnis verlassen, um vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss auszusagen

  • Lesedauer: 2 Min.

Barcelona. Die zu langen Haftstrafen verurteilten Anführer der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung haben bei einem ersten öffentlichen Auftritt nach langer Zeit ihre Ziele bekräftigt. Man strebe weiterhin die Ausrufung einer Republik und die Abspaltung von Spanien an, sagte der frühere Vizeregionalchef Oriol Junqueras am Dienstag im katalanischen Parlament in Barcelona. Junqueras und fünf weitere Separatisten durften das Gefängnis verlassen, um vor einem Untersuchungsausschuss auszusagen.

Der 50-jährige Junqueras und acht weitere Angeklagte waren im vorigen Herbst wegen ihrer Rolle beim illegalen Referendum vom 1. Oktober 2017 und eines anschließenden Unabhängigkeitsbeschlusses des Regionalparlaments des Aufruhrs schuldig gesprochen worden. Es gab für sie Haftstrafen von bis zu 13 Jahren.

»Die spanische Justiz verwechselt Rechtsprechung mit Rache. Aber das schüchtert uns nicht ein, das jagt uns überhaupt keine Angst ein«, versicherte Junqueras auf der zum Teil live vom spanischen Fernsehen ausgestrahlten Sitzung. Der 50-Jährige betonte: »Nichts von all dem, was wir gemacht haben, war ein Verbrechen.« Junqueras versicherte aber auch, die Separatisten setzten weiter auf Dialog.

Junqueras gehört der linksgerichteten separatistischen Partei ERC an. Diese Gruppierung spielte bei der Wahl von Pedro Sánchez zum spanischen Ministerpräsidenten Anfang Januar im Nationalparlament in Madrid eine entscheidende Rolle. Nachdem Sánchez Dialog versprochen hatte, enthielten sich die ERC-Abgeordneten bei der Wahl der Stimme - und machten so die Wahl des Sozialisten möglich.

Während der Sitzung des Ausschusses, der die Folgen der Zwangsverwaltung Kataloniens durch die spanische Zentralregierung im »heißen Herbst« 2017 untersucht, versammelten sich am Dienstag Hunderte Anhänger der Separatisten vor dem Parlament in Barcelona. Sie skandierten immer wieder: »Freiheit, Freiheit, Freiheit!« dpa/nd

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