Zählen, was nicht zu zählen ist

In der Nacht zu Donnerstag fand in Berlin die erste Erfassung obdachloser Menschen statt - Kritik daran auch

  • Von Claudia Krieg
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

»Ein bisschen ist es wie bei Pokémon GO spielen«, sagt eine junge Freiwillige leise in die für Ende Januar milde Berliner Nacht. Es ist kurz vor 23 Uhr. Die Wellen der Spree schlagen schwer gegen die Steinwände unter der Elsenbrücke am Treptower Hafen. Auf der Karte, die dieses Zählteam der ersten berlinweiten Obdachlosenzählung bei sich trägt, ist genau hier ein mutmaßlicher Aufenthaltsort obdachloser Menschen eingetragen.

An den Karten haben Straßensozialarbeiter*innen mitgearbeitet, damit die Zähler*innen nicht unvorbereitet auf größere eingerichtete Schlafplätze treffen, an denen sich Obdachlose gerade deshalb aufhalten, weil sie nicht gestört werden wollen und sich zusammen sicherer fühlen. Sensibilität habe höchste Priorität, fasst Michael Räßler-Wolff, Mitarbeiter der Berliner Sozialverwaltung, zwei Stunden zuvor bei der Schulung von Freiwilligen im Lichtenberger Stadtteilzentrum Kiezspinne den Verhaltenskodex der »Nacht de...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.