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Reimar Paul über Vorstöße, die Atomenergie wiederzubeleben

  • Von Reimar Paul
  • Lesedauer: 1 Min.

Der Widerstand gegen Atomanlagen hatte zuletzt nicht gerade Hochkonjunktur, es fehlte an symbolträchtigen Ansatzpunkten. Doch nun soll wieder hochradioaktiver Atommüll nach Deutschland gekarrt werden. Auch wenn sie nicht ins Wendland, sondern zu Zwischenlagern an den AKW-Standorten rollen: Das Stichwort Castor-Transporte mobilisiert Anti-AKW-Bewegte immer noch. An einem Dutzend Orte gab es am Sonntag Proteste.

Dass die Bewegung wieder in die Schuhe kommt, ist auch aus einem anderen Grund wichtig. Unter dem Vorwand, das Klima schützen zu wollen, reden Wirtschaftsverbände und Unionspolitiker unverhohlen einer Renaissance der Atomkraft das Wort. Unter dem Motto »Sundays for Future« organisiert die Atomlobby bereits weltweit Aktionen und Demos. Tatsächlich kann die Hochrisiko-Technologie zum Klimaschutz gar nichts beitragen. Die Erderhitzung erfordert schnelles Handeln, der Bau von AKW dauert aber Jahrzehnte - viel zu spät für das Klima. Auch die Verlängerung der AKW-Laufzeiten wäre angesichts des hohen Alters und der Störanfälligkeit der Meiler unverantwortlich. Weil die Reaktoren die Stromleitungen verstopfen und Windkraft deshalb abgeregelt werden muss, bedürfte es vielmehr eines höheren Tempos beim Atomausstieg. Damit diese Botschaften gehört werden, braucht es eine wache Anti-Atom-Bewegung.

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