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Besser verkaufen ist nicht gut

Markus Drescher über gestiegene PR-Kosten der Bundesregierung

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: 2 Min.

Wenn die Unzufriedenheit wächst, Umfragewerte fallen, Wahlen verloren gehen, die politische Konkurrenz erstarkt und überhaupt das eigene Image besser sein könnte - was tun? Sich und seine Politik besser verkaufen, ist eine Antwort, die Parteien und Regierungen dann zumeist schnell parat haben. Die Logik dahinter: Wenn man den Bürgern die Sache nur ordentlich erklärt, werden sie schon begreifen. Dass die Bundesregierung in den letzten Jahren, in denen sie reichlich Gegenwind bekam und die beteiligten Parteien immer tiefer in die Krise gerieten, immer mehr Geld in Werbung in eigener Sache steckte, ist aus ihrer Sicht da wohl nur folgerichtig.

Doch ist PR tatsächlich der richtige Weg, die Bürger »mitzunehmen«? Oder ist da der Zug nicht schon längst abgefahren? Prägen nicht Auftreten, Handeln und zuallererst die praktizierte Politik die Meinung weitaus stärker, als Werbung sie jemals wieder »korrigieren« könnte?

Und setzt man sich so nicht völlig nachvollziehbar dem Vorwurf der Geldverschwendung aus, wenn an anderer Stelle um jede Million, die den Bürgern zugute kommen könnte, auf Teufel komm raus gefeilscht wird? Am Ende scheinen die Kosten der PR jedenfalls höher als die zig Millionen Euro, die dafür ausgegeben werden: Es muss noch der Verdruss darüber addiert werden, dass besser verkaufen eben leider nicht besser machen ist.

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