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Marion Bergermann fordert Zivilcourage beim Fußballschauen

  • Von Marion Bergermann
  • Lesedauer: 2 Min.
Berlins Jordan Torunarigha soll beim Pokalspiel auf Schalke rassistisch beleidigt worden sein.
Berlins Jordan Torunarigha soll beim Pokalspiel auf Schalke rassistisch beleidigt worden sein.

Ein Fußballspieler wird von Fans übel rassistisch beleidigt und vom Platz geschickt, weil er Emotionen in Form eines durch die Gegend geschleuderten Getränkekastens zeigte. Schalke will ermitteln, der DFB auch, Empörung und so weiter. Dieser rassistische Vorfall ist längst nicht der erste im Fußball. Er ist auch nicht überraschend. Auf der Stadiontribüne entlädt sich meist ungestraft, was die Fans so denken. Diskriminierende Einstellungen und Äußerungen gibt es in allen Bereichen der Gesellschaft, also auch beim Fußball. Im Stadion treffen rassistische Weltanschauung, zur Schau getragene Männlichkeit und das geteilte Interesse am Sport aufeinander: Hier wird die Wut über das schlechte Spiel des eigenen Vereins abgelassen. Hier bringt ein blöder Spruch Lacher von den Kumpeln.

Man kann es gut finden, dass Schalke herausbekommen will, wer genau da rassistisch ausfällig wurde. Man kann es begrüßen, dass Italien zukünftig solche Beleidigungen von der Tribüne mit Videokameras und Gesichtserkennung verfolgen will. Konsequente Verfolgung und Strafen sind wichtig. Aber es gilt, die Ursachen des Problems anzugehen. Strukturelle Ausgrenzung muss beseitigt werden - im Fußball durch Jugendvereinsarbeit sowie klare Bekenntnisse von Spielern und Trainern. Für den Einzelnen gilt es, zu reagieren, wenn jemand auf der Tribüne oder vorm Fernseher beleidigend wird. Sich einmischen! Kein rassistischer Slogan darf unwidersprochen bleiben.

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