• Politik
  • Parlamentswahlen in Irland

Frust über die Kürzungspolitik explodiert

Soziologieprofessor Kieran Allen über die soziale Entwicklung in Irland

  • Von Dieter Reinisch
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.
Die Mieten in Dublin sind höher als in London, daran kann der Neubau bisher nichts ändern.

Welche sind rund um die Wahlen die zentralen sozialen Fragen in Irland?

Das größte Problem ist das Fehlen eines funktionierenden Sozialsystems. Irland hat nach dem Austritt Großbritanniens die höchsten Studiengebühren in der EU, es hat die längsten Krankenhauswartelisten. Die Wartezeit für Hüftoperationen ist drei Jahre. Das zweite große Problem ist, dass die wirtschaftliche Erholung seit der Finanzkrise sich nicht auf die einfache Bevölkerung auswirkt. Google hat einen Profit von 15 Milliarden Euro gemacht, gleichzeitig zahlen sie nicht einen einzigen Cent Steuern, während Arbeiter bei einem Jahreseinkommen von 35 300 Euro 40 Prozent Steuern abliefern müssen. Sie zahlen enorm hohe Steuern und bekommen dafür sehr schlechte Sozialleistungen. Am anschaulichsten wird dies durch die Wohnungskrise. Die Mieten in Dublin sind höher als in London, es gibt 10 000 Obdachlose, junge Menschen leben bis ins Alter von Anfang 30 bei ihren Eltern...


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