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Buttigieg hauchdünn vor Sanders

Wegen knappen Ergebnis in Iowa rufen die Demokraten keinen Sieger aus

  • Lesedauer: 3 Min.
Pete Buttigieg, Präsidentschaftskandidat bei den Demokraten und ehemaliger Bürgermeister von South Bend.
Pete Buttigieg, Präsidentschaftskandidat bei den Demokraten und ehemaliger Bürgermeister von South Bend.

Washington. Nach den durch eine blamable technische Panne verursachten Verzögerungen haben die US-Demokraten das Endergebnis ihrer Präsidentschaftsvorwahl im Bundesstaat Iowa veröffentlicht. Demnach liegt der pragmatisch-moderate Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg hauchdünn vor dem linksgerichteten Senator Bernie Sanders an der Spitze, wie die Regionalsektion der Demokraten in Iowa am Donnerstagabend (Ortszeit) nach Auszählung der Stimmen in allen Bezirken mitteilte. Buttigieg kommt den Angaben zufolge auf 26,2 Prozent, Sanders auf 26,1 Prozent.

Die ebenfalls linksgerichtete Senatorin Elizabeth Warren liegt demnach mit 18 Prozent auf dem dritten Platz. Hinter ihr folgen der frühere Vizepräsident Joe Biden (15,8 Prozent) und die Senatorin Amy Klobuchar (12,3 Prozent). Beide sind Vertreter des moderaten Parteiflügels.

Wegen des überaus knappen Endergebnisses riefen zunächst weder die Demokraten noch die US-Medien einen Sieger aus. Die Parteizentrale der Demokraten hatte zuvor eine Überprüfung der Resultate verlangt. »Genug ist genug«, schrieb Parteichef Tom Perez im Kurzbotschaftendienst Twitter. Um das »Vertrauen der Öffentlichkeit« in das Ergebnis sicherzustellen, müsse »unverzüglich« mit einer erneuten Überprüfung begonnen werden.

Die Panne wurde nach Partei-Angaben durch einen Programmierfehler bei einer App verursacht, welche die Daten aus den einzelnen Bezirken sammelte. Die Verzögerungen bei der Stimmauszählung stellten für die Oppositionspartei ein Fiasko zum Auftakt des mehrmonatigen Vorwahlmarathons dar, in dem der Herausforderer oder die Herausforderin von Präsident Donald Trump bestimmt werden soll.

Buttigieg hatte schon in Teilergebnissen aus Iowa an der Spitze gelegen. Sein sehr gutes Abschneiden ist - unabhängig davon, ob sein Sieg letztlich bestätigt wird oder nicht - eine Riesenüberraschung. Der offen homosexuelle 38-Jährige war als krasser Außenseiter in das Präsidentschaftsrennen eingestiegen. Vor einem Jahr war der damalige Bürgermeister der 100.000-Einwohner-Stadt Stadt South Bend im Mittelweststaat Indiana überregional kaum bekannt.

Im Wahlkampf präsentiert sich Buttigieg als die junge und frische Alternative zu dem 77-Jährigen Biden, dem Exponenten des moderaten Parteiflügels. Für Biden ist der sich abzeichnende vierte Platz in Iowa eine herbe Schlappe.

Der Ex-Vizepräsident und langjährige Senator stellt sich als der Bewerber im demokratischen Feld dar, der die größten Chancen auf den Sieg über Trump hat. Allerdings hat Biden im Verlauf seiner Kampagne immer wieder Schwächen in der Form von Aussetzern und Versprechern gezeigt.

Die nächsten Vorwahlen finden am Dienstag im Bundesstaat New Hampshire statt. Ihren Kandidaten nominieren werden die Demokraten nach dem Ende der Vorwahlen bei einem Parteitag im Juli. AFP/nd

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