Modell Österreich

Wie sich der Rechtsradikalismus im Alpenland normalisierte.

  • Von Johannes Greß
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Österreichischer Rechtspopulist Jörg Haider. Er wurde bei einem Autounfall getötet.

Vom »Thüringer Tabubruch«, schrieb am Donnerstag die Wiener »Presse«. Der sei »ein Symptom der Krise der Mitte«. Doch was sagt das über die »Mitte« in Österreich? Immerhin regiert hier die FPÖ, Schwesterpartei der AfD, seit Jahren fleißig mit. Sie stellt Bezirksräte, sitzt in den Landtagen. Sie fungierte nicht nur auf Landesebene bereits als Regierungspartei, sondern auch im Bund - und zwar bereits fünf Mal. Obwohl sie das Muster eines Kampfs gegen die »Altparteien« mitunter noch bedient, gehört sie längst zu den »Etablierten«.

Dass von jenem »Damm«, der nun in Thüringen gebrochen ist, in Österreich eigentlich seit Jahrzehnten nicht mehr die Rede sein kann, liegt erstens an der Stellung der FPÖ im Parteiensystem. Sie war nie jene fünfte Kraft, die in Deutschland die junge AfD darstellt, sondern über lange Zeit - analog zur d...


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