Nicht »plötzlich Ministerpräsident«

Der Rauch hat sich über Thüringen hinaus noch lange nicht verzogen, meint Stephan Fischer

  • Von Stephan Fischer
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Ein beliebtes Drehbuch: Wie stellen sich Menschen in ungewohnten Situationen an, in die sie unerwartet geworfen werden? Zuschauer delektieren sich an den Irritationen der Handelnden, die mit einem Mal sehr arm, sehr reich oder »Plötzlich Prinzessin« sind.

Thomas Kemmerich ist scheinbar »plötzlich Ministerpräsident« in Thüringen geworden. Wenn man wohlwollend urteilt. Da zieht eine Partei mit gerade einmal 73 Stimmen über der Fünf-Prozent-Hürde in den Landtag ein - und stellt plötzlich mit genau einer Stimme Vorsprung im entscheidenden dritten Wahlgang den Ministerpräsidenten. Damit konnte niemand rechnen, da scheint es nur verständlich, dass ein völlig überraschter Kemmerich die Wahl dann auch annimmt: Das geht alles so wahnsinnig schnell, und finanziell ist es auch nicht zu verachten, Leistung muss sich schließlich lohnen, und mit so einer Performance Ministerpräsid...


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