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Nachfragen in München

René Heilig rät, Macrons Angebot zum »strategischen Dialog« aufzugreifen

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: 2 Min.
Atomwaffen: Nachfragen in München

Macron redete Ende vergangener Woche an der »Schule des Krieges« über Wege zum Frieden. Kann man machen, wenn man nicht grundsätzlich mit herkömmlichen Denkungsarten brechen will. Doch das wollte der französische Präsident ja gar nicht. Er kostete den Zuwachs an staatlicher Bedeutung aus, die ihm mit dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU zuwächst.

Nun ist Frankreich das einzige EU-Land, das über Atomwaffen verfügt. Über die und deren abschreckende Wirkung bot Macron interessierten EU-Partnern einen »strategischen Dialog« an. Auch lud er zu gemeinsamen Militärübungen ein. Das hat symbolischen Charakter, mehr nicht. Gut so, mehr wäre auch von Übel gewesen, denn es gibt bereits genügend Leute auf der Welt, die - wie Macron - per Atomcode nachhaltiges Unheil anrichten können.

Zugleich beschwor der Präsident wie 2017 an der Sorbonne die »europäischen Souveränität« im Verteidigungsbereich. Er träumt gar von einer »gemeinsame Verteidigungskultur«. Gut daran ist: Macron bleibt sich treu, also berechenbar. Kritikwürdig ist, dass er weit davon entfernt ist, Impulse für politische Entspannung und Abrüstung zu setzen. In Europa wie im »Rest« der Welt.

Trotzdem: Man sollte Macrons Einladung annehmen. Die demnächst stattfindende Münchner Sicherheitskonferenz bietet EU-Partnern zumindest theoretisch alle Möglichkeiten, um im Dialog Ansätze zur Vernunft auszuloten.

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