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Gescheitert

Uwe Kalbe über den Rückzug Annegret Kramp-Karrenbauers

  • Von Uwe Kalbe
  • Lesedauer: 2 Min.
Annegret Kramp-Karrenbauer will ihren CDU-Parteivorsitz abgeben.
Annegret Kramp-Karrenbauer will ihren CDU-Parteivorsitz abgeben.

Offensive ist der bevorzugte Stil Annegret Kramp-Karrenbauers, Entscheidungsfreude generell eine wichtige Führungseigenschaft. Doch auch wenn die Parteichefin die Entscheidung beherzt fällte: Ihr angekündigter Rückzug von der CDU-Spitze und erst recht ihr Verzicht auf eine Kanzlerkandidatur sind goldrichtig. Denn Entschlossenheit ist nicht alles.

Nur wenige Wochen nach der Vertrauensfrage, die sie einem CDU-Parteitag stellte, hat die Vorsitzende keinen Deut an Vertrauen hinzugewonnen. In ihrer Partei offenbar nicht, doch erst recht nicht bei den Menschen außerhalb der CDU. Das zu erkennen und rechtzeitig die Konsequenzen zu ziehen, ist ihr zugute zu halten. Sonst nichts.

Das Dilemma der Thüringer Christdemokraten ist symptomatisch für das Dilemma der Partei insgesamt - zwischen dem Anspruch einer Volkspartei und der zunehmenden Verunsicherung, die das Volk im Angesicht ihrer Politik erfasst. Zwischen antikommunistischen Scheuklappen und rechtskonservativer Offenheit nach rechts, zwischen Westtradition und Unverständnis für den Osten, zwischen dem Sprachgebrauch der Moderne und dem praktischen Kleben an traditionellem Familien-, Religions- und Heimatbegriff ist Kramp-Karrenbauer mit großer Geste zur Parteierneuerung gestartet und hatte nur uralte Losungen zu bieten.

Sie habe kein Durchsetzungsvermögen, hielt man ihr nach dem Einknicken gegenüber der Thüringer CDU vor. Mag sein. Was schwerer wiegt: Sie hat keinen Plan. Und die Aussichten für die CDU werden nicht besser.

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