Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Lieblingsfeind Iran

Christian Klemm über ein Telegramm des Staatsoberhauptes an Teheran

  • Von Christian Klemm
  • Lesedauer: 1 Min.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich bis auf die Knochen blamiert. Denn eigentlich wollte er der Regierung in Iran kein Glückwunschtelegramm zum 41. Jahrestag der Islamischen Revolution schicken. Durch eine Panne ist dieses Schreiben dann doch in Teheran gelandet – und jetzt ist das Geschrei groß. Schließlich hat sich das Land am Persischen Golf zu einem Innbegriff des Bösen entwickelt. Nicht nur für die USA, die den Atomdeal mit Iran vor einiger Zeit aus fadenscheinigen Gründen aufgekündigt haben. Sondern inzwischen auch für die Bundesregierung. Für sie ist nicht hinnehmbar, dass die Iraner regierungskritische Proteste rigoros unterdrücken.

Ja, an der Regierung in Teheran gibt es viel zu kritisieren. Und dennoch ist die Aufregung um das Telegramm nicht ehrlich. Erst kürzlich war nämlich der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz im Schloss Bellevue zu Gast, der bereits mit den Rassisten der FPÖ koalierte. Und auch sonst hat Steinmeier bereits Politiker getroffen, die genug Dreck am Stecken haben: die ehemalige US-Außenministerin Condoleezza Rice zum Beispiel, die die Angriffskriege in Irak und Afghanistan vehement verteidigt hatte. Oder Präsident Nursultan Nasarbajew, der in Kasachstan als »Führer der Nation« über Jahrzehnte geherrscht hatte. Ein Aufschrei wie aktuell blieb dabei jeweils aus. Der aber wäre bitter nötig gewesen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln