Lange Haftstrafen für Antifaschisten

Russisches Gericht spricht sieben junge Männer des Terrorverdachts schuldig

  • Von Ute Weinmann, Moskau
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
»Freiheit für die Gefangenen des ›Netzwerks‹«

Wochenlang wurde im »Netzwerk«-Fall das Urteil erwartet, am Montag war es so weit: Im russischen Pensa befand das zuständige Militärgericht die sieben Angeklagten in allen Punkten für schuldig und verhängte Haftstrafen zwischen sechs und 18 Jahren wegen Organisation und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Gegen Einzelne wurde zudem Anklage wegen Drogenhandels und illegalen Waffenbesitzes erhoben. Zwei von ihnen gaben zu, mit Drogen gedealt zu haben. Zu den Hauptvorwürfen aber bekannten sich alle vor Gericht stehenden Antifaschisten und Anarchisten als nicht schuldig.

Dazu hatten sie allen Grund: Nicht nur laut ihren Aussagen vor Gericht existierte überhaupt kein Netzwerk, auch die Anklage konnte keine überzeugenden Beweise vorlegen, die einen schwerwiegenden Terrorismusvorwurf rechtfertigen würden. Die nun Verurteilten, die 2017 und 2018 verhaftet worden waren, haben keinen Anschlag verübt. Es gibt weder einen Tat...


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