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Irisches Umdenken

Katja Herzberg über den historischen Wahlsieg von Sinn Féin

  • Von Katja Herzberg
  • Lesedauer: 1 Min.
Donnchadh O Laoghaire (M), Abgeordneter der linksgerichteten Partei Sinn Fein, freut sich während der Auszählung der Stimmen der Parlamentswahl.
Donnchadh O Laoghaire (M), Abgeordneter der linksgerichteten Partei Sinn Fein, freut sich während der Auszählung der Stimmen der Parlamentswahl.

Mit diesem Erfolg hat Sinn Féin nicht einmal selbst gerechnet. Zur Parlamentswahl stellte die irische Linkspartei zu wenige Kandidaten auf, um nun alle gewonnenen Mandate übernehmen zu können. Wie viele es genau sind, wird angesichts des komplizierten Wahlsystems erst in ein paar Tagen ersichtlich sein. Klar ist: Mit ihren fast 25 Prozent der Stimmen führt zur Regierung kein Weg an Sinn Féin vorbei, diese Erkenntnis kommt langsam auch bei den beiden konservativen Parteien Fianna Fáil und Fine Gael an.

Sie haben die Republik bald 100 Jahre abwechselnd und zuletzt gemeinsam regiert - ihre Zusammenarbeit in Form einer Minderheitsregierung unter Führung von Fine Gael hat nun ihre Niederlage besiegelt. Sinn Féin traf mit dem Anprangern sozialer Probleme wie fehlender (bezahlbarer) Wohnraum und Mängel in der Gesundheitsversorgung einen Nerv in der Bevölkerung, die vom Aufschwung nach der Finanzkrise 2011 wenig hat. Mit ihrem Hauptziel, die Teilung Irlands zu überwinden, konnte die Partei angesichts des Brexits ohnehin punkten. Die politisch unverbrauchte Mary Lou McDonald an der Spitze machte Sinn Feín bei jungen Wählern, die die Troubles nur aus den Geschichtsbüchern kennen, zusätzlich beliebt. Das Wahlergebnis bildet ein Umdenken in Irland ab, dem nun Taten folgen müssen. Die erste und gleich schwierige Aufgabe: die Regierungsbildung.

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