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Nächster Abschiebeflug nach Afghanistan steht kurz bevor

Flüchtlinge sollen Donnerstagmorgen in Kabul eintreffen / Insgesamt sind 837 Männer nach Afghanistan abgeschoben worden

  • Lesedauer: 2 Min.
Alltag in Afghanistan: Immer wieder gibt es Anschläge, bei denen die Zivilbevölkerung zu schaden kommt.
Alltag in Afghanistan: Immer wieder gibt es Anschläge, bei denen die Zivilbevölkerung zu schaden kommt.

Berlin. Ein weiterer Abschiebeflug mit abgelehnten afghanischen Asylbewerbern aus Deutschland steht nach Angaben aus Kabul bevor. Die Gruppe solle am Donnerstagmorgen in der Hauptstadt Afghanistans eintreffen, sagte ein afghanischer Behördenvertreter am Dienstag.

Seit der ersten Abschiebung im Dezember 2016 sind insgesamt 837 Männer in 31 Flügen von den deutschen Behörden zurück nach Afghanistan geschickt worden. Die Abschiebungen sind umstritten. Der Krieg gegen die radikalislamischen Taliban und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geht weiter.

Unterdessen sind bei einem Selbstmordanschlag in der Nähe einer Militärakademie in Kabul sind am Dienstag mindestens fünf Menschen getötet worden. Mindestens sechs weitere seien verletzt worden, teilte das afghanische Verteidigungsministerium mit. Das Innenministerium sprach von sechs Toten und rund zwölf Verletzten, darunter auch Zivilisten.

Insgesamt habe die Zahl der verwundeten und getöteten Zivilisten in den vergangenen zehn Jahren 100 000 überschritten, sagte der Chef der UN-Mission in Afghanistan, Tadamichi Yamamoto, Ende Dezember.

Die USA und die Vertreter der islamistisch-militanten Taliban haben Anfang Dezember Gespräche über eine politische Lösung des Konflikts nach einem Abbruch im September wieder aufgenommen. Vergangene Woche hatte US-Außenminister Mike Pompeo erklärt, die USA forderten vor der Unterzeichnung eines Abkommens mit den Taliban klare Belege, dass die Islamisten bereit seien, die Gewalt zu reduzieren.

Ein USA-Taliban-Abkommen soll einen Zeitplan des Abzugs der internationalen Truppen sowie Taliban-Garantien enthalten, dass von Afghanistan aus keine Terroranschläge geplant werden. Es soll auch den Weg für innerafghanische Friedensgespräche bereiten. Agenturen/nd

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