Zeuge vom Hörensagen

Auch in Deutschland hat es eine »Affäre Dreyfus« gegeben

  • Von Ronald Friedmann
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Das Reichsgericht in Leipzig, vor dem Bullerjahn angeklagt war

Der neue Film von Roman Polanskis, »Intrige«, hat das Interesse am Fall des französischen Artilleriehauptmanns Alfred Dreyfus neu geweckt, der 1894 durch ein Kriegsgericht in Paris rechtswidrig des »Landesverrats« angeklagt und verurteilt worden ist, worauf der Schriftsteller Émile Zola seinen berühmten Offenen Brief »J’accuse!« (Ich klage an) verfasst hatte. Kaum bekannt ist, dass es auch in Deutschland eine »Affäre Dreyfus« gegeben hat.

Am 11. Dezember 1925 wurde der vormalige Oberlagerverwalter bei den Berlin-Karlsruher Industriewerken, Walter Bullerjahn, geboren 1893 in Hamburg, vom Reichsgericht in Leipzig wegen Landesverrats zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Bullerjahn, so die Anklage, hätte ein geheimes deutsches Waffenlager an die Interalliierte Militärkontrollkommission verraten, die die Einhaltung des Versailler Vertrages durch Deutschland überwachte.

Auf den ersten Blick unterschied sich der Fall Bullerjahn nicht ...


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