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Blinde Flecken

Jana Frielinghaus über die geringe Aufmerksamkeit des Globalen Nordens für Heuschreckenplagen

  • Von Jana Frielinghaus
  • Lesedauer: 1 Min.
Der Sohn eines Bauern versucht einen Schwarm Wüstenheuschrecken von einem Feld zu vertreiben.
Der Sohn eines Bauern versucht einen Schwarm Wüstenheuschrecken von einem Feld zu vertreiben.

Seit Jahrzehnten umspannen Lieferketten den gesamten Globus. Die Leben aller Menschen auf dieser Erde sind allein durch das Agieren internationaler Konzerne und des Finanzkapitals aufs Engste miteinander verbunden. Umso bemerkenswerter ist es, wie wenig Aufmerksamkeit Katastrophen biblischen Ausmaßes in westlichen Medien bekommen, wie aktuell die Heuschreckenplagen in Afrika und Asien oder die Zyklone in Mosambik im vergangenen Jahr. Und wie wenig die internationale Gemeinschaft offenbar zu konzertiertem Handeln für die mindestens 13 Millionen durch die Fresslust der Insekten von Hunger Bedrohten bereit ist.

Die Appelle des UN-Generalsekretärs, Hilfsprogramme für Ostafrika aufzulegen, wirken etwa im Vergleich zum gut koordinierten internationalen Vorgehen gegen das neue Coronavirus beschämend halbherzig. Natürlich: Der neue Erreger wäre bei weiterer Ausbreitung eine unmittelbare Belastung für die Volkswirtschaften der Industriestaaten. Doch zu meinen, der Flug der Heuschrecken beträfe den Globalen Norden nicht, offenbart das kurzsichtige Denken der Mächtigen dort. Dabei müsste doch klar sein: Nichthandeln oder Entwicklungszusammenarbeit nur im Sinne großer Unternehmen fällt uns nicht erst in Jahrzehnten »auf die Füße«. Uns? Nun, da ist wohl der Haken. Mit jenen teilen, die vor Katastrophen, Krieg und unerträglichen Lebensbedingungen fliehen, müssen ja nicht die wenigen, deren Profite die kapitalistische Globalisierung ins Unermessliche gesteigert hat.

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