Zwangsarbeit in »T-Shirt-City«

In der indischen Textilindustrie schuften junge Frauen wie Sklavinnen - Lieferkettengesetz soll Abhilfe schaffen

  • Von Moritz Aschemeyer
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Der Boom der Textilbranche im indischen Tiruppur brachte der Stadt Beinamen wie »T-Shirt-City« oder »Dollar-City«.

300 000. So viele junge Frauen und Mädchen arbeiten laut Angaben der Menschenrechtsorganisation Terre des Hommes unter Bedingungen »moderner Sklaverei«, vor allem in den Spinnereien Tamil Nadus. Der südindische Bundesstaat ist ein zentraler Textilstandort Indiens. Fehlender Arbeitsschutz, Belästigung durch Vorgesetzte und männliche Kollegen sowie Unterdrückung von Gewerkschaften sind an der Tagesordnung.

Bereits seit 2007 engagiert sich Terre des Hommes gegen das Zwangsarbeitssystem »Sumangali«, welches sich auf deutsch mit »glückliche Braut« übersetzen lässt. Bei diesem System der Kinderarbeit werde gezielt nach Familien aus den »am meisten marginalisierten Bereichen der Gesellschaft« wie der Kaste der Dalits gesucht, idealerweise mit vielen Töchtern. Das berichtete Sinnathambi Prithviraj, Direktor der lokalen Nichtregierungsorganisation Care-T am Montag auf einer Veranstaltung in Berlin. Menschenhändler versprächen den Familien ...


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